Die Spuren des Menschen im Wasser

Prof. Andreas Fath illustriert, wie Plastik sich im Wasser nur langsam zersetzt

Prof. Andreas Fath von der Hochschule Furtwangen schwamm von der Quelle bis zur Mündung des Rheins. Unterwegs analysierte er immer wieder das flussabwärts zunehmend belastete Wasser. Doch bereits im Tomasee, der als Quelle des Rheins gilt, fand er Mikroplastik. Dieses gelangt in die Nahrungskette und lässt sich auch beim Menschen im Darm nachweisen. Seine Auswirkungen sind nicht abschließend untersucht. Das größte Problem für die Gesundheit ist wahrscheinlich nicht das schlecht verdauliche Mikroplastik selbst sondern dass an ihm Schadstoffe anhaften (in kontrollierter Umgebung ist Mikroplastik deshalb sogar ein möglicher Wasserfilter). Die anhaftenden Schadstoffe gelangen mit ihm in den Darm und richten womöglich Schaden im Körper an.

Die Erkenntnis daraus ist, dass bei allen messbaren Erfolgen der letzten Jahrzehnte noch immer mehr für den Gewässerschutz getan werden muss. Dies fängt bei jedem Einzelnen an: nicht alles was über Dusche, Toilette oder Spülwasser ins Abwasser gelangt, kann durch Klärwerke wieder herausgefiltert werden, zum Beispiel Bestandteile von Drogerieartikeln, Schmerzmittel und Antibiotika. Plastik als Material hat seine Berechtigung in vielen Bereichen, aber bei Wegwerf-Artikeln wie Einkaufsverpackungen sollte es vermieden oder zumindest richtig entsorgt werden.

Im vollen Studio der Sparkasse Ulm in der Neuen Mitte fand Prof. Faths spannender und eindrucksvoller Vortrag am 5. Dezember 2018 deshalb eine gebannte Zuhörerschaft. Als nächstes möchten wir unseren neuen Umweltschwerpunkt mit einem Vortrag zum Klimawandel fortsetzen.

Eine weitere Zusammenfassung des Vortrags finden Sie in der Südwest Presse.

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